Der Rennsteigtunnel ist eine technische Meisterleistung und besticht noch über ein beeindruckendes Merkmal. In Nähe des Bahnhofes Oberhof überquert er den ca. 120 Jahre zweigleisigen Brandleitetunnel.
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 Der Rennsteigtunnel
 
Rennsteigtunnel Am 05.07.2003 wurde innerhalb eines grossen Volksfestes, Deutschlands grösster Autobahntunnel - der Rennsteigtunnel - mit einer Gesamtlänge von 7916m eröffnet und seiner Bestimmung übergeben.
 
Kurz vor 11.00 Uhr landetet Bundeskanzler Gerhard Schröder vor dem Nordportal des Rennsteigtunnels und durchfuhr mit einer Limousine den Rennsteigtunnel. Auf der anderen Seite angekommen hielt er seine Rede und durchschnitt mit der Staatssekretärin Iris Gleike und dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus das Eröffnungsband.
 
Ab 12.00 Uhr strömten nach Angaben der Polizei von beiden Seiten ca. 30.000 Menschen von beiden Seiten zu Fuss, per Rad oder Inline-Skatern durch den Tunnel. Den ganzen Tag über riss der Besucherstrom nicht ab. Insgesamt waren an diesem Tag über 100.000 Menschen am Rennsteigtunnel auf den Beinen um dieses einmalige Ereignis zu feiern und sich das Jahrhundertbauwerk in Ruhe anzuschauen.
 
 Zahlen und Fakten
 
Im Zuge der Tunneleröffnung wurde ein 16,5 Kilometer langer Autobahnabschnitt der A71 zwischen Ilmenau/West und Oberhof/Zella-Mehlis fertiggestellt. Damit ist die Autobahn auf einer Länge von 83 Kilometern zwischen Erfurt und Meiningen durchgehend befahrbar. Die Gesamtbaukosten beziffern sich auf ca. 250 Mio. Euro. Davon wurden ca. 50 Mio Euro nur für Sicherheitstechnik ausgegeben. Beide Tunnelröhren werden vollelektronisch überwacht. Damit ist der Rennsteigtunnel einer der sichersten Tunnel der Welt.
 
Beide Röhren werden durch Schächte ständig mit Frischluft versorgt. Hierfür wurden eigens zwei Luftaustauschzentralen erbaut. Die beiden Luftaustauschzentrallen heissen 'LAZ Flossgraben' und 'LAZ Kehltal'. Die 'LAZ FLossgraben' hat einen Zuluftstollen von 135m Länge. Die 'LAZ Kehltal' hat einen Zuluftstollen von 129m Länge. Die beiden Luftaustausch-zentralen teilen den Rennsteigtunnel in 3 Lüftungsabschitte von ca. 2.5km. Die Längs-lüftung in diesen Abschitten erfolgt jeweils durch Stahlventilatoren (30 Einheiten pro Röhre). In jeder Luftaustauschzentrale wird die Tunnelluft mit 4 Axialventilatoren abgesaugt und über einen Abluftkamin von jeweils 6,2m Durchmesser ausgeblasen.
 
Die Tunnelröhren sind mit jeweils 2 Fahrspuren ausgestattet und sind alle 350m durch Querstollen verbunden. Dadurch ergeben sich 25 unterirdische Fluchtwege.
 
Der Rennsteigtunnel ist eine technische Meisterleistung und besticht noch über ein beeindruckendes Merkmal. In Nähe des Bahnhofes Oberhof überquert er den ca. 120 Jahre alten zweigleisigen Eisenbahntunnel 'Brandleitetunnel', welcher bis heute in Betrieb ist. Beim Bau des Rennsteigtunnels wurde dieser Tunnel nicht bautechnisch verstärkt oder verändert. Er wurde lediglich beim Sprengen messtechnisch überwacht. Zwischen dem Ausbau des Eisenbahntunnels und der Sohle des Rennsteigtunnels liegen nur ca. 6-7m Gebirgsfeste.
 
Baujahre 1998-2003; Bauzeit=57 Monate - Spatenstich 26.08.1998
Eröffnung 05.07.2003 - Verkehrsfreigabe 07.07.2003
Herstellungsverfahren Spritzbetonbauweise
Baukosten ca. 12.700 Euro pro lfd. Meter Röhre
Nutzung Strassentunnel, 2 Röhren mit je 2 Fahrstreifen,
12 Pannenbuchten inklusive Überfahrten und 13 Querungen
Gesamtlänge 7.916m Weströhre
7.878m Oströhre
Abstand der Röhren 25 m
Strassenquerschnitt je Röhre 2 Fahrstreifen mit Notgehwegen
(1m + 2x3,75m + 1m = 9,50m)
Fluchtwege 25 Querschläge in Abständen von ca. 300m
Ausbruch 1,35 Mio. m³ Festmasse
Ausbruchsfläche 80m² Regelprofil
120m² Pannenbuchtenprofil
Aussenschale 140.000m³ Spritzbeton
Innenschale 300.000m³ WU-Beton
8.000 Tonnen Betonstahl
LAZ 2 Luftaustauschzentralen mit jeweils einem Zuluftstollen und einem Abluftschacht- und Kamin.
Hochbehälter Wasserfassungsvermögen ca. 205m³ aus Stahlbeton