 Rennsteig |
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 Persönlichkeiten am Rennsteig
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  'Wandern heisst Leben' |
Von Berlin aus begab sich August
Trinius auf wochenlange Wanderfahrten durch Deutschland, um Eindrücke zu sammeln und seine
Allgemeinbildung zu erweitern. Ende der 1870er Jahre kam er dabei auch schon nach Thüringen und
wiederholte bald solche Besuche. 1885 heiratete er eine Cottbuser Lehrerstochter. Die Landschaftspracht
im 'Grünen Herzen' Deutschlands, seine bedeutsame Geschichte und seine kulturhistorischen Werte, haben
Trinius so beeindruckt und gefesselt, dass er sich 1880 entschloss, nach Waltershausen überzusiedeln.
So sehr ihn auch Thüringen fesselte, so unaufhaltsam trieb es ihn immer wieder hinaus in die Ferne,
wo er überall seinen Bildungshunger und Wissensdurst stillte, Wander- und Reiseeindrücke für seine
Erlebnisschilderungen sammelte. Thüringen wurde nun zum Zentralpunkt seines Schaffens. Mehr als 30
Titel seines Gesamtwerkes widmete er dem Thüringer Wald, dem Rennsteig, dem Flusstälern und anderen
Landschaftsteilen. Sein 'Thüringer Wanderbuch' in acht Bänden, erschienen von 1886 bis 1902, brachte
ihm den Ehrentitel 'Thüringer Wandersmann' ein. Man hätte ihn aber auch 'Deutscher Wandersmann' nennen
können, denn unter seinem Leitmotiv 'Wandern heisst Leben' galt auch dem Frankenland, der
Rhein-Mosel-Landschaft, Hamburg und Umgebung, den Vogesen u.a. sein Schaffen.
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  Einer der 'glücklichsten Würfe' |
In der gleichen Nacht, in der die Idee
zur Gründung des Rennsteigvereines geboren wurde, schrieb der Latinlehrer Ludwig Hertel auch die
Triniusehrung:
Neue Casusregeln
Wer riet zu diesem Hochgenuss der Rennsteigfahrt? Doch Trinius.
O Wandersmann, du irrest nie, folgst du der Weisung Trinii.
Auf allen Pfaden, grad und krumm, gedenken wir an Trinium.
O Trini, sollst gepriesen sein, von Hörschel bis nach Blankenstein.
Drum, lieber Freund, ruf mit mir froh: Ein Hoch dem edlen Trinio!
Von wem begeistert dicht' ich so? Doch nur von August Trinio.
Was bewog Hertel zu diesen Versen? Lassen wir Johannes Bühring antworten: 'Das aus frischester
Erinnerung entworfene Wandergemälde Der Rennsteig - Eine Wanderung von der Werra bis zur Saale.
(Berlin 1890), voll zarter Stimmungsschilderung und humorgewürzt, ist einer der glücklichsten Würfe
von Trinius ganzem Schaffen. Er hat der Erwanderung und der Erforschung des Rennsteiges einen neuen,
lange Zeit nachwirkenden Anstoss gegeben. Nicht als ob der Höhenpfad bei Forschern und Wanderern in
Vergessenheit geraten wäre. Aber das Erlebnis und die Stimmungswerte einer Fahrt über den Rennsteig
wurden hier der Allgemeinheit wieder unterhaltsam vor Augen geführt. ... So hat August Trinius
seinerzeit sozusagen nolens volens bei der Geburt der Idee und der Gründung des Rennsteigvereins
Gevatter gestanden.'
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