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 Persönlichkeiten am Rennsteig
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  Julius von Plänckner |
Der erste Renner oder 'Ahnherr des Rennsteigvereins'
Julius
von Plänckner wurde am 09.Februar 1791 im altenburgischen Penig als Sohn eines Pfarrers geboren. Als
13-jähriger entschloss er sich, Soldat zu werden und trat als Kadett in das damals in Altenburg
stationierte sächsisch-gothaische Infantrie-Regiment 'Erbprinz' ein. Mit den sächsischen Truppen,
Napoleon dienend, kämpfte er als Leutnant 1807 vor Kolberg (gegen Gneisenau), 1809 in Tirol (gegen
Adreas Hofer), danach in Spanien und Russland. 1813 gehörte er zu den Besatzern des belagerten Danzig.
Nach dem Übergang Sachsens auf die Seite der Verbündeten nahm Julius von Plänckner 1814/1815 in
Frankreich und Belgien an der Vernichtung der napoleonischen Truppen teil. Nach dem Krieg, als
Hauptmann im Dienste des Gothaische Herzogs, erhielt Julius von Plänckner Gelegenheit, seine
hervorragenden geographischen und vor allem topographischen Kenntnisse im Friedensdienst einzusetzen.
Eine Inschrift am Oberhofer Pfanntalrasen (Obelisk) besagt, dass Julius von Plänckner 1830 bis 1832 von
Gothaer Seite als Baumeister die Kunststrasse von Gotha via Ohrdruf - Oberhof zur Struhtgabelung
oberhalb Suhl gebaut hat, an die sich hier die preussische Teilstrecke der Strasse Gotha - Suhl - Coburg
anschloss.
Der Strassenbau führte Julius von Plänckner auf die Höhen des Thüringer Waldes. Er hatte schon viel
gesehen, die Bedeutung guter Strassen und Wege kennengelernt, aber auch Gespür für die Schönheit der
Natur entwickelt. Dazu kam sein Ehrgeiz als Topograph. Das führte zu der Tat, die ihm als Verdienst
bleiben wird. Julius von Plänckner war der Erste, der in 5 Tagen (gesamt 43,5 Stunden) den Rennsteig
von Blankenstein/Saale bis Hörschel/Werra abwanderte und diese Wanderung 1830 als Kommentar zu seiner
'Ansicht des nordwestlichen Teil des Thüringer Waldes' beschrieb.
Plänckners Erlebnisbericht erfuhr 1832 durch Dr. Karl Herzogs 'Magdeburger Taschenbuch für Reisende',
das eine Kupfertafel des Thüringer Waldes befügte, einen Kartenstich, in dem der Rennsteig erstmals
in seiner gesamten Länge von 168,3km eingezeichnet war und durch den er in die Kartographie eingeführt
wurde. Er beschränkte damals den Rennsteig auf die Strecke Rodacherbrunn - Föhrtaer Stein (143,3km),
gab jedoch die beiden Endstrecken bis Blankenstein und Hörschel als Fortsetzung mit an.
Damit wurde Julius von Plänckner der eigentliche Begründer der Rennsteigtouristik und Rennsteigforschung.
Seine Wegeführung als Kammlinie des Gebirges wurde bestimmend, von vielen anderen Wanderern und
Rennsteigschilderern genutzt und ist bis heute gültig. Die Rennsteigschilderungen von Julius von
Plänckner gaben auch Anregung für andere Wanderpoeten, z.B. Ludwig Storch für sein 'Wanderbuch durch
den Thüringer Wald'.
Julius von Plänckner hat im weiteren auch im Rheinland und im Fichtelgebirge geforscht. 1842 wurde er
Oberst und Regimentskommandeur in Gotha. 1848, als sein Regiment auf dem Anger in Erfurt aufmarschierte,
um nach Schleswig-Holstein zur Teilnahme am Krieg gegen Dänemark auszurücken, erlitt er einen
Schlaganfall. Nie wieder ganz genesen verstarb Julius von Plänckner am 12 März 1848.
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  'Plänckners Aussicht' |
Am höchsten Punkt des Rennsteiges (973m NN), südlich des Gipfels des Grossen Beerberges (982,9m NN)
befindet sich ein Aussichtsturm (Foto rechts) und ein halbkreisförmiger Steinsitz, dessen Mittelstein die Tafel mit folgender
Gedenkinschrift trägt:
Justus von Plänckner aus Gotha
geb. 1791, gest. 1858.
Dem Erforscher des Thüringer Waldgebirges
gewidmet vom Rennsteigverein 1898
Die Namensgebung Plänckners Aussicht (ursprünglich 'Plänckners Ruhe') geht auf einen ehemaligen
Kriegskameraden von J. v. Plänckner zurück. Major A.W. Fils, durch seine Höhenmessungen bekannt,
gab dieser Stelle 1859 den Namen des Rennsteigpioniers. Der Rennsteigverein bemühte sich um eine
würdige Gestaltung und liess eine gusseiserne Gedenktafel anbringen, die am 13.11.1898 während einer
kleinen Feierstunde enthüllt wurde. Versehendlich enthält Sie den falschen Vornamen Justus. Johannes
Bühring bekennt in 'Des Rennsteigs steinerne Chronik' , dass dies auf einem Irrtum seinerseits beruht.
Der falsche Vorname wurde damals jedoch wiederholt angegeben.
Vor ein paar Jahren liess die Gemeinde Gehlberg Plattform und Gedenktafel restaurieren. In Blankenstein
und Hörschel wurden vom Guts-Muths Rennsteiglauf-Verein auch Gedenktafeln aufgestellt.
Die Rennsteigwanderer werden so immer wieder daran erinnert, den historischen Verdienst Julius von
Plänckners um die Rennsteigtouristik und -erforschung zur Kenntnis zu nehmen.
Hat Gram dir, der Scherge,
die Seele verhunzt,
komm mit auf die Berge
zu rettender Runst !
'Atz vom Rhyn'
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