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  Geschichtliches über den 'Großen Dreiherrenstein' |
Der Große Dreiherrenstein, dessen 400jähriges Jubiläum am 17.08.1996 gefeiert
wurde, stammt aus der Zeit des zerfallenden heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.
Im Jahre 1596 saß auf dem deutschen Kaiserthron Rudolfus der Andere, ein Fürst,
der zwar ein trefflicher Pferdekenner und ein eifriger Raritätensammler war, im Reichsregiment
aber sich so schwach und unfähig erwies, daß sein eigener Bruder, Matthias, ihm die
Zügel schließlich aus der Hand riss und sich der österreichischen Erblande bemächtigte.
In Thüringen hatte sich das sächsisch-ernstinische Herrscherhaus zunächst
in zwei Linien gespalten, die weimarische unter Johann Wilhelm und die koburgische
unter den beiden Söhnen des abenteurlichen, unglücklichen Johann Ernst. Wie in der
weimarischen Linie, so erfolgte bals auch in der koburgischen neue Teilungen.
1596 wurde in der letzteren ein wichtiger Erbteilungsvertrag geschlossen, nach welchem
Johann Ernst Eisenach und Salzungen und Johann Casimir Koburg, Hildburghausen und Gotha erhielt.
Dieser Vertrag war der Grund, weshalb eine neue Versteinerung der Grenze vorgenommen
werden mußte. Ihm verdankt so der Große Dreiherrenstein an der Waldbaude Dreiherrenstein seine Errichtung
und bildet heute die geographische Mitte des Rennsteiges.
Der Dreiherrenstein ist geschichtlich der alte Hauptmarkstein 'über dem gespring der Schleuse ufn Moor oder Pfrusch'
und ist weit und breit bekannt durch die Wanderungen am Rennsteig.
In der Hennebergischen Wälderbeschreibung von 1587 wird bereits dieser 'Dreier Herren Stein'
genannt. Je nach Kriegen, Erbteilungen oder Verträgen notwendige Grenzregulierung machte eine Änderung
der Hoheitszeichen und Jahreszahlen notwendig. So wurde nach Aussterben der Grafen von Henneberg
die Henne durch das sächsische Wappen ersetzt. 1815 trat an seine Stelle das KP des Königreichs Preußen.
Im Ilmer Vertrag von 1599 zwischen Schwarzburg-Rudolstadt wurde hier der Grenzpunkt markiert durch 'Dreiherrichten rauhen Markstein allhier Sächsisch, Hennbergisches und Schwarzburgisches scheidet'.
Später stießen hier die Ämter Eisfeld, Schleusingen und Gehren zusammen.
Der Große Dreiherrenstein ist zugleich ein 'Vierbächestein'. Von hier sickern die Wässerchen
nach Norden in die Schorte, nach Nordosten in die Schobse, nach Osten über den Ochsenbach in die Wohlrose
und nach Süden in die 'böse, wilde Schleuse'.
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